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Teezubereitung und Teegenuss

japanische Teezeremonie
Japanische Teekanne aus Eisen (Aufsicht)Frisches Wasser zum Kochen bringen. Weiches Wasser ist besser als hartes. Frisches Leitungswasser gen?gt, bei Beeintr?chtigungen durch Kalk oder Chlor empfiehlt sich mitunter der Einsatz eines Wasserfilters.
Gro?volumige Teekanne mit Deckel mit kochendem Wasser gut vorw?rmen. Am Besten benutzt man Teegeschirr aus gutem Porzellan. Die Teekanne sowie das gesamte Teegeschirr nie f?r etwas anderes als f?r Tee verwenden. Kr?utertee und aromatisierte Tees in einem anderen Geschirr aufbereiten. Teekenner verwenden f?r verschiedene Tees auch verschiedene Kannen, da ein dominanter Tee, wie z. B. Assam, einen Darjeeling geschmacklich ?bert?nt.
Tee ist stark aromaempfindlich. Deshalb sollten Teebl?tter stets in geschlossenen Beh?ltern k?hl, dunkel und trocken aufbewahrt werden. Optimal (weil arm an Luft-Depots), wenn auch nicht so ?sthetisch wie edle Dosen, sind fest zugerollte Teet?ten. Bei der Verwendung von Dosen kommt es schneller zu Alterungseffekten: Die aromagebenden ?therischen ?le schwinden und der Teegeschmack wirkt muffiger. Nach Anbruch sollte Tee in ca. 10 Wochen verbraucht werden. In unge?ffneten Packungen gilt er hingegen bis zu drei Jahre nach der Ernte als frisch.
Vorsicht vor der N?he zu allen anderen Gew?rzen, Aromen und K?chenger?chen. Auch der aufsteigende Dampf vom Herd oder Sp?lbecken schadet dem Teearoma. Bereits beim Einkauf sollte man auch den originalverpackten Tee von parf?mierten Wasch- und Putzmitteln gut trennen.
F?r die Teezubereitung gilt als Richtschnur: Pro Tasse ungef?hr 2 Gramm Teebl?tter aufbr?hen, bei Schwarztee ist das ungef?hr ein Teel?ffel. Die ideale Menge h?ngt vom verwendeten Tee, vom Wasser, vom Erntejahr des Tees und vom pers?nlichen Geschmack ab. Es empfiehlt sich zuerst einen schw?cheren Aufguss zu probieren und dann die Teemenge solange zu erh?hen bis man seine Dosierung gefunden hat.
Schwarztees immer mit kochendem Wasser aufgie?en; bei Gr?ntees und halbfermentierten Tees sollte das Wasser 65 bis 90 ?C haben um die wertvollen Inhaltsstoffe und den Geschmack zu erhalten. Manche japanischen Gr?ntees werden sogar mit nur 50? und auch darunter aufgebr?ht.
Die Ziehzeit l?sst sich nicht einheitlich definieren; sie liegt sortenabh?ngig in einem Bereich zwischen 20 Sekunden und 5 Minuten, bei wei?en Tees bis 10 Minuten. Je nach Dauer wirkt der Tee unterschiedlich stark anregend. Die alte Regel, dass bis zu drei Minuten gezogener Tee anregend wirkt, er ab f?nf Minuten aber beruhigt, ist nur bedingt richtig. Tats?chlich geht in den ersten zwei bis drei Minuten vor allem das Koffein (fr?her auch Teein genannt) in L?sung und sorgt so f?r den anregenden Effekt. Die im Teeblatt enthaltenen Gerbs?uren l?sen sich erst danach und wandeln dabei das Koffein in eine wasserunl?sliche Form um. Je l?nger der Tee zieht, um so geringer wird der Anteil an physiologisch "nutzbarem" Koffein. Der 5-Minuten-Tee wirkt also nicht beruhigend, sondern lediglich nicht anregend.
Tee sofort genie?en, denn Tee kann man nur schlecht warmhalten, egal was man auch daf?r tut, der abgestandene Tee schmeckt einfach nicht mehr so gut. Lieber nur weniger Tee auf einmal zubereiten, jedoch immer wieder frisch.
Gr?ner Tee wird ?blicherweise pur getrunken, zum schwarzen Tee wird oft Zucker, Honig (Vorsicht: dominant!), Milch, Rahm, Zitrone nach pers?nlichem Geschmack hinzugef?gt. Manche Kenner lehnen die Kombination Schwarztee/S?ure grunds?tzlich ab, w?rden bei der Zitrone zur Beschr?nkung auf die Schale raten. Wei?er Kandiszucker oder brauner Rohrzucker/ brauner Kandis (eher f?r Kr?utertees/ aromatisierte Tees) gelten als besonders geeignet. Ungeeignet sind Kondensmilch und Kaffeerahm.
Teebeutel sind zwar praktisch, gelten aber nicht als wirklicher Ersatz f?r den guten, aromatischen, losen Tee, da f?r Teebeutel in Deutschland in der Regel minderwertige Fannings/Dust ("Teestaub", -reste) verwendet werden. Wie bereits erw?hnt gibt es auch viele gute bis erstaunliche Gegenbeispiele.
Instanttees bestehen meist zum gr??ten Teil aus Zucker und haben mit Tee nur wenig Verwandtschaft, daher Vorsicht bei Kindern (wegen Kariesgefahr). Doch gibt es in manchen Warenh?usern und gro?en Superm?rkten reines Schwarzteeextrakt-Granulat (in GB bekannter).
Eistee wird als Erfrischungsgetr?nk immer beliebter und kann leicht selbstgemacht werden: Doppeltstarken Tee frisch zubereiten und nach dem Ziehen ?ber die gleiche Menge Eisw?rfel gie?en, nach Belieben mit Fruchtsaft, z. B. Zitronensaft und/oder Zucker abschmecken. Bei den zum Kauf angebotenen "Ice Teas" handelt es sich in der Regel um Zuckerkonzentrate mit k?nstlichen Aromen.
Alkohol (Rum) im Tee ist vielleicht gut zur sp?ten Stunde in der Skih?tte, doch ein wirklich guter Tee braucht nur wenig Zugaben.
Wasserqualit?t ist beim Tee entscheidend f?r den Geschmack. Ein Auftritt des Wilhelmshavener Teeh?ndlers Bakker bei der Show Wetten dass..? am 10.12.1983 blieb der Fernsehnation unvergessen. Bakker konnte seine Wette nicht gewinnen, da ihm sein Wasser im Zug gestohlen worden war. Das wurde zu Unrecht als Ausrede gesehen. Elisabeth II. gar lie? sich bei manchem Auslandsbesuch per Kuriermaschine Quellwasser aus der Gegend um Birmingham f?r ihre t?glichen cups of tea einfliegen. In Regionen mit sehr kalkreichem Wasser bildet sich auf Tee ein Film und der Geschmack ist minderwertig. Dies gilt vor allem f?r weniger gerbs?urehaltige Teesorten wie Darjeeling, w?hrend z.B. Assam viel weniger empfindlich auf hartes Wasser reagiert.

In Korea, Japan und China wird Tee anders zubereitet und genossen: Man verwendet keine Siebe oder Beutel, sondern gie?t das hei?e Wasser direkt zu dem Tee in die Kanne oder Tasse. Die nassen, in der Regel unzerkleinerten Teebl?tter sind schwerer als das Wasser und setzen sich am Grund des Gef??es ab. Der Tee kann so problemlos oben abgegossen bzw. abgetrunken werden. Er wird bis zu dreimal aufgegossen, bevor man neue Teebl?tter verwendet. Nach dem ersten Aufguss zu wechseln, gilt als ein Zeichen von Dekadenz.

In England wird der Tee gerne mit Milch genossen. Der britische Earl Grey war der erste aromatisierte Tee, dem inzwischen unz?hlige Aromavarianten gefolgt sind. Teils wird mit nat?rlichen ?len aromatisiert, aber unz?hlige Varianten stammen aus dem chemischen Labor. F?r aromatisierten Tee werden weniger feinaromatische Tees verwendet, die oft aus verschiedenen Anbaugebieten und L?ndern zusammengemischt werden, sogenannte "Blendings". Dies ist sinnvoll, da der Tee z. B. nach Erdbeeraroma schmecken soll; der Grundgeschmack tritt dahinter zur?ck.

In Russland stellt man Tee unter Nutzung von Samowaren her. Dabei wird ein Teekonzentrat ('Zavarka'), mit hei?em Wasser ('Kipjatok'), aus dem Samowar zum Tee verd?nnt. Als S??ungsmittel wird Marmelade dazu l?ffelweise gelutscht.

In Ostfriesland bildete sich eine eigentliche Teekultur. Meist trinkt man traditionell starken Tee mit fl?ssiger Sahne sowie Kluntjes. Es wird nicht umger?hrt.

In Tibet wird Buttertee (Po cha od. Sutschia) getrunken; das ist ein salziger schwarzer Tee mit ? zuweilen ranziger ? Yak-Butter, der in einem Rohr zubereitet wird.

10.11.05 19:18

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